Sonntag, 7. Januar 2018

ohne dich

ich stehe mit dem luxus-mann in einer metal-kneipe und nippe an einem bier. aus den boxen scheppert gitarrenuntermaltes gekreische und um uns herum ist alles in dicken rauchwolken versunken.

"ich frag mich ja immer, was wäre, wenn wir uns trennen würden", fragt der luxus-mann. "würdest du dann wieder in dein loch fallen?"
"sicher", sage ich. "das ist denk ich auch normal. das würdest du auch, vielleicht nicht so tief, aber du würdest."
der luxus-mann zuckt die schultern. "kann sein."
"wobei ich sagen muss, das kommt wahrscheinlich auf das ende an. nach meiner letzten beziehung beispielsweise war ich einfach nur gottfroh, dass das endlich vorbei war", erinnere ich mich. "wider erwarten ging es damals richtig bergauf mit mir."
"ging mir mit kindsmutter nummer zwei auch so", nickt der luxus-mann. "die hat mich mindestens dreieinhalb von sieben jahren nur genervt. aber das war auch meine schuld, eigentlich wusste ich schon nach ein paar monaten, dass das nicht gut geht."
"war bei mir ähnlich. ich habe dieses ding mit den gemeinsamen zielen zielich heftig unterschätzt."
"ich bin inzwischen schon froh, wenn mir eine frau nicht auf den wecker fällt", grinst der luxus-mann.
"ich nerv dich also nicht?"
"kein bisschen."

"wenn wir uns trennen, werde ich mich auf jeden fall mit hochdruck hier wegbewerben", sage ich entschlossen.
"krass", der luxus-mann guckt verdattert. "willst du zurück nach bayern?"
"weiß nicht, kann mir auch noch anderes vorstellen. so ein neuanfang kann ja erfrischend sein."
"krass", sagt der luxus-mann noch mal. "das fände ich echt..."
"was denn?"
"ich kann mir das gar nicht vorstellen... dass du dann gar nicht mehr da wärst und ich dich nie wieder sehen würde."
"tja.aber was soll ich denn hier? nen job finde ich immer irgendwo, inzwischen bin ich ja recht gefragt. und in hamburg vermisst mich keiner außer dir."

der luxus-mann guckt betreten in den flaschenhals und wiegt sich von einem fuß auf den anderen.
"du bist mir halt nicht egal."
ich muss lächeln. was ich diesen menschen liebe!
"wir trennen uns ja auch nicht."
"nein, wir trennen uns nicht. nicht jetzt jedenfalls."
ich lege meine arme um den luxus-hals und küsse meinen mann.
"ich bin immer noch so dankbar, dich getroffen zu haben. obwohl es mir manchmal angst macht, weil ich nicht mehr ohne dich sein will. und irgendwann...."
"ja, aber nicht jetzt. noch lange nicht."
"wenn ich ein bisschen naiv wäre, würde ich sagen, das mit dir ist für immer. aber ich sag mal so, ich kann mir gut vorstellen, dass wir 2018 noch zusammen aushalten", grinse ich.

im april sind es zwei jahre. zwei ganze jahre.



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