Donnerstag, 8. Dezember 2016

battlefields

gestern die große aussprache. konstruktiv, freundlich.
der luxus-mann hat seinen zorn hinuntergeschluckt und beschreibt seinen gedanklichen mechanismus:
"wenn die gedanken erstmal anfangen zu rattern, dann suchen sie was, was nicht zusammenpasst. eine nachricht von dir und etwas, was du mal gesagt hast, oder auch, wenn du eine nachricht mehrere stunden lang nicht beantwortest, weil du mal wieder auf piste bist und nichts mitkriegst. und wenn dann ein widerspruch gefunden ist, ist ganz klar: du hast mich angelogen und beschissen."
"aber du bist doch ein intelligenter mensch, kommst du nicht auf den trichter, dann auch über weniger schreckliche alternativen nachzudenken?"
"nee. ich steck dann total fest da drin. das ist dann eine gewissheit für mich."
"krass. aber du weißt schon, dass das echt ein bisschen irre ist?"
"naja."

"ich will halt nicht, dass wir uns mal wegen so ner kleinigkeit trennen", sagt der luxus-mann. "weil ich koche dann hoch, dann beschuldige ich dich, und dann kochst du hoch, und dann denke ich, was ne dumme schlampe, soll sie sich doch nen anderen schwanz suchen."
"und hast du ne idee, wie wir das verhindern können? ich kann schon versuchen, mich nicht so aufzuregen, aber ich kann das halt immer nicht garantieren, genauso wenig, wie du mir garantieren kannst, mich nicht mehr anzumachen."
"ich hab manchmal den eindruck, du bist auch immer noch sauer auf deinen ex da."
"kann schon sein. ich gebe zu, dass mich diese beziehung in gewisser hinsicht wohl traumatisiert hat. deswegen reagiere ich vielleicht auch so über."
"warum hast du das solange mitgemacht?"
"weil ich immer dachte, ich sei schuld. weil ich nicht genug liebesbeweise erbringen konnte. dabei habe ich gar nicht gemerkt, dass mein krampfhaftes bemühen und duckmäusern nur dazu führte, dass das alles immer schlimmer wurde. als ich dann endlich frei war, habe ich mir geschworen, dass mir das nie wieder passiert. dass ich eifersüchtigen typen künftig gleich zeige, wo der hammer hängt."
"du kannst echt hart und barsch sein."
"ja, weiß ich. tut mir leid."
"ich kann dich aber auch verstehen. meine ex hat mich ja auch immer so eingeschränkt. also nicht mit eifersucht, aber so sachen, weißte, das bild da drüben zum beispiel, das musste ich wegen ihr abhängen... und meine musik hat sie gestört... und lauter so kleinigkeiten. dabei ist sie hier eingezogen, weil sie pleite war und hätte eigentlich froh sein können, ein dach über dem kopf zu haben."

"jedenfalls ist das meines erachtens der hauptgrund, warum ich so reagiere", sage ich. "meine angst, wieder so sehr meine freiheit zu verlieren. deshalb musst du wissen, dass ich auch in einer beziehung mit dir nie aufhören werden, hin und wieder alleine auszugehen oder meine freunde zu treffen. das habe ich mein leben lang so gemacht, und das werde ich nicht aufgeben."
"das will ich auch gar nicht."
"dann starte doch nicht jedes mal so eine inquisition - wer, wann, was, wo, wie, warum, weshalb."
"ich versuchs."
"und wenn du es brauchst, dann versuch doch einfach mal, mich dabei nicht wie eine schwerverbrecherin zu behandeln."
der luxus-mann schmunzelt.
"mach ich das?"
"ja. du bist ganz kalt und bedrohlich, ich bekomme dann angst vor dir."
"aber ich droh doch gar nicht und verbiete dir auch nichts."
"naja, das wär ja auch die höhe. aber wie du mich dann anschaust und wie du dinge sagst, so voller verachtung. das ist nicht gut für mich, das macht mich sehr, sehr traurig."
"das will ich nicht. du bedeutest mir doch was."
ich muss lächeln.
"das ist schön. aber ich möchte nicht, dass aus 'du bedeutest mir was' so eine ungesunde fixierung wird. geh du ruhig auch bitte mal wieder alleine aus oder mit deinen kumpels. ich finde, du vernachlässigst das. ich möchte nicht wieder zu so einem undefinierten totalen wir verschmelzen. das ist nicht mein ding."
"das ist ja auch nicht mein ding."

"und, wie sieht der masterplan nun aus?" fragt der luxus-mann.
"wir könnten uns ja so eine art brief schreiben. den lesen wir immer dann, wenn wir ausrasten und unterbrechen so die gedankenkette, dachte ich mir."
"das funktioniert doch nicht. dann denk ich bloß, was für ein schleimiger scheißbrief."
"weißt du was besseres?"
"mich würde das am meisten beruhigen, wenn wir uns dann sehen."
"von mir aus. wenn wir uns sehen, klappt das ja immer besser als mit whatsapp. aber du musst mir versprechen, dass du dann nicht irgendwas schlimmes machst."
"was denn?"
"schlagen oder sowas."
"hab ich noch nie! echt nicht! kannste alle meine frauen fragen."
"na gut. dann machen wir das. und was, wenn dir nachts um drei einfällt, dass du mich sehen musst, weil du dir was einredest?"
"dann rufe ich an."
"nee klar. da schlafe ich. dann hab ich das telefon lautlos und hör das nicht mal."
"hm."
"spatzi, ich habe den anspruchsvolleren job von uns beiden", grinse ich. "und unausgeschlafen sein wegen hirngespinsten kann ich mir nicht leisten."
"du hast nen anstrengenden scheißjob."
"nächste woche bin ich auch wieder auf geschäftsreise."
"oh nein."
"oh doch."
"wo?"
"ruhrpott. gibt aber weihnachtsfeier da."
"trotzdem kacke. ich würde nie rumreisen für meinen job."
"das musst du ja auch nicht, deine exceltabellen sind immer bei dir."
"ja, die sind wenigstens treu!"
"dann heirate die doch."
"heiraten ist was für spießer."
"dann passt das doch."
"du schreist nach einer bestrafung, hm?"
"hihi."
"dann leg dich gleich mal nackig aufs bett..."


Montag, 5. Dezember 2016

von 100 auf 0

seit unserer rückkehr vom meer läuft alles verquer. ha. reimt sich sogar, die scheiße.

obwohl der luxus-mann und ich in einer offen-festen beziehung (ich soll treu sein, am besten praktisch, er soll ficken dürfen, zumindest theoretisch) leben, habe ich gestern gewagt, einen lieben twitter-bekannten zum glühwein zu treffen.
platonischer- und angekündigterweise. ich soll ja transparent sein, damit vertrauen möglich ist. bla.
zuvor deswegen auch offen gelegt, wer das ist, wie alt, welcher beruf, familienstand, wie lange mir bekannt, in welchem ausmaß, wann wir uns treffen, wo wir uns treffen, etc.
soweit, so gut.

gegen 22 uhr - ich bin gerade auf dem rückweg - erreicht mich die erste nachricht des luxus-mannes.
ob ich denn immer noch beim glühweintrinken sei.
nein, schreibe ich zurück, gerade auf dem nachhauseweg.
ob ich es vergessen habe, fragt er.
hö? in der tat scheine ich etwas vergessen zu haben, kann mich an nichts erinnern, grüble panisch wie einst in meiner exbeziehung nach liebesschwüren, geburtstagen, zusagen und absagen jeder art.
du hast es vergessen, werde ich jetzt beschuldigt.
was denn?
du wolltest doch noch anrufen!
ich bin perplex.
wollte ich? hm. vielleicht hatte ich etwas ähnliches unbedacht in einem im potenzialis formulierten nebensatz erwähnt, also würde ich ihn halt in gottesnamen noch anrufen.

zuhause kommt mir erst mal meine mutter dazwischen, die verkündet, mein vater sei wieder im krankenhaus, aber bereits erfolgreich operiert, aus der narkose erwacht und in der lage, sich zu verständigen. ich freue mich kurz.
dann wähle ich die nummer des luxus-mannes.

"und?" fragt der als erstes.
"was?"
"wie wars?"
"normal."
"wie normal?"
"na ganz harmlos. total nett. wie das halt ist, wenn man freunde oder bekannte trifft."
"und sonst?"
"was und sonst?"
"was habt ihr so gemacht?"
"wir waren kurz glühwein trinken und dann noch in einer kneipe."
"kurz, das waren drei stunden!"
"wir waren ERST KURZ glühwein trinken, nicht LANGE, weils so kalt war, und sind dann noch in eine kneipe."
"was heißt kurz?"
"maaaaaaaaaann. ich hatte keine stoppuhr mitlaufen!"

angespanntes schweigen.
"war so klar, dass du wieder vergisst, was du versprochen hast!" kommt der nächste vorwurf.
"wieso? warum?"
"du wolltest anrufen!"
"kann mich nicht erinnern, etwas derartiges versprochen zu haben."
"doch."
"na gut, dann hab ich es meinetwegen vergessen. mea culpa. mein vater ist heute ins krankenhaus gekommen, da war ich möglicherweise von abgelenkt."
"war ja klar, ist ja immer so."
"du bist so konstruktiv, das liebe ich so an dir", spotte ich jetzt.
"du hast auch versprochen, dass du dir was einfallen lässt, damit ich nicht mehr eifersüchtig sein muss! und was ist? nichts."
"das ist nicht so einfach! das, was ich vorgeschlagen habe, wolltest du alles nicht. und wenn ich dir was sage, glaubst du es mir eh nicht. ich bin derzeit wirklich ratlos. ich will da mit meiner therapeutin drüber sprechen. mitkommen willst du ja nicht."
"nein. du bist krank, nicht ich."
"weißt du, viellleicht würde mir ja was einfallen, wenn du mich nicht permanent damit unter druck setzen würdest! alle paar tage fragst du: und? was ist jetzt? hast du dir was einfallen lassen? da vergeht mir echt die lust. das war aus liebe heraus gesagt, durchaus ernst gemeint, aber so schrumpft mir meine liebe weg und dann seh ich keinen grund mehr, warum ich genau wie in meiner letzten eifersuchtsbeziehung ständig was beweisen sollte. das ist zermürbend und erniedrigend, und ich lasse mich von keinem mann mehr so erniedrigen."

eisiges schweigen.
"und? wollen wir jetzt so ins bett gehen?" frage ich, denn die uhr zeigt mittlerweile fast mitternacht.
"hm."
schweigen.
"ist ja vielleicht auch quatsch, sich nach einem so schönen urlaub so zu streiten", deeskaliert der luxus-mann dann.
"find ich eigentlich auch", sage ich.
"sind ja auch nur kleinigkeiten."
"naja!"
"ich habe mich halt am samstag schon so über dich geärgert."
"warum? wir haben samstag doch noch telefoniert, da klangst du ganz entspannt."
"als du ausgestiegen bist, hast du nur deine sachen aus dem kofferraum geholt und bist dann ohne tschüß zu sagen gegangen."
"ich WOLLTE dir gern tschüß sagen, aber kaum hatte ich die kofferraumklappe geschlossen, bist du einfach weggefahren! ich hatte mich da auch kurz geärgert, weil ich es so unfreundlich und unangemessen fand. dann dacht ich, na gut, vielleicht bist du auch genervt und froh, wenn du deine ruhe hast und zuhause bist."
"ich hätte dich gern am samstagabend später noch gesehen."
"du hast gesagt, dass es dich nicht stören würde - das war deine wortwahl! danach hab ich gedacht, dann lieber nicht, bei so wenig begeisterung."
"aber du kennst mich doch."
"du erwartest von mir, dass ich dich kenne, und dass ich deine ganzen macken und despektierlichkeiten einfühlsam und wohlwollend ertrage, aber selber machst du mir permanent vorwürfe."

pause, dann:
"ich hab übrigens dienstag doch zeit", sagt der luxus-mann dann.
"ok."
"also du kannst dir überlegen, ob wir uns morgen, dienstag oder mittwoch sehen."
"ok. ich schau mal", sage ich mit recht wenig lust, den luxus-mann zu sehen.
"tschüß."
"gute nacht."

nachts wälze ich mich von einer seite auf die andere und der zorn kocht noch mal so richtig hoch in mir.
ich fühle mich gefangen.
stasiartig überwacht und verhört.
ich hätte einfach auflegen sollen!
warum lasse ich mich so unter druck setzen?
einfach ausbrechen!
lieber einsam als noch mal dieser terror.

gegen morgen ist meine wut am überkochen.
ich teile dem luxus-mann knapp mit, dass ich mittwoch vorbeischauen würde, wir dann reden können und ich ggf. meine sachen erstmal mitnehme. und dass er bis dahin nicht mit allzu viel euphorie meinerseits rechnen sollte. 
seither hageln äußerungen des unverständnisses auf mein handy ein.
ich lese sie nicht mehr, schotte mich komplett ab.
irgendwie muss ich jetzt diesen arbeitstag überstehen, ohne sichtbar vor allen kollegen zu heulen.




Samstag, 3. Dezember 2016

meer als alles auf der welt


ist dir eigentlich klar, wie sehr es mich am arsch kriegen wird, wenn das hier mal zu ende ist?
acht monate. wie im flug vergangen.
und dann dieser urlaub. wie eine welle, die über den sand schwappt und dann noch einen kurzen moment glitzert, bevor sie im grund verblubbert. ein nasser fleck, der bleibt, der dazu einlädt, mit der fingerspitze schnell ein herz hineinzumalen.



Dienstag, 29. November 2016

schneckenhaus

der erste gemeinsame urlaub. morgen abend geht es los.
vier tage, drei nächte.
das geht kaum als urlaub durch, finden wir.

dennoch sind wir beide aufgeregt, der luxus-mann noch mehr als ich.
er verheimlicht mich seiner zweiten exfrau, aus angst, sie könnte ihm verbieten, seine tochter zu sehen.
"was mach ich, wenn sie anruft?"
"dann sagst du, ich bin nicht da."
"und wenn sie sagt, ich soll vorbeikommen, ihr irgendwas mit der kleinen helfen?"
"dann sagst du, das geht jetzt nicht."
"hm."

der luxus-mann ist nicht glücklich mit der situation.
"irgendwann wird es sowieso rauskommen. und ich denke mal, dass sie dann so richtig sauer ist, wegen deiner heimlichtuerei", mutmaße ich. "ich glaube sowieso, dass sie was ahnt. deine erste frau weiß es ja auch, und die beiden stehen in kontakt. ich würde wetten, dass die ihr ohnehin schon was gesteckt hat."
mit dieser antwort ist der luxus-mann noch viel weniger happy.

ich habe eher sorge, dass mir meine rückzugsmöglichkeit fehlen könnte.
mein iso-schneckenhaus.
von zeit zu zeit meldet sich dieses bedürfnis.
wenn wir auf dem balkon sitzen, ich rauchend, der luxus-mann in die ferne blickend.
wenn wir fernsehen, oder besser gesagt: der luxus-mann fern- und ich wegsehe.
"ich fahr mal zu mir", sage ich dann schnell, ernte meist einen erstaunten bis enttäuschten blick, aber der luxus-mann weiß ja, dass ich am wochenende oft aufträge bearbeite oder mich um kitty kümmern muss.

im urlaub kann ich nicht sagen: ich bin dann mal weg.
im urlaub bin ich zusammen.
vier verfickte tage und drei nächte.

es fühlt sich fest an. ich ersticke.
ich muss lernen, mich in dieser feste zu entspannen.
die geborgenheit gegen meine sich aufbäumende freiheit ausspielen.
der freiheit beruhigend zuflüstern, du wirst mir bleiben, du musst dich nur ein wenig kleiner machen.

du und dein immenses autonomiebedürfnis, hatte einst das subjekt gespottet
und: es scheint, als lebtest du in deiner eigenen welt, und die welt der anderen kann dir nichts anhaben, weil du gar nicht zu ihr gehörst.
meine welt.
die der anderen.
wahrscheinlich für immer inkompatibel.
aber vielleicht schaffe ich ja eine art friedliche koexistenz.
und gehe mit meinem schneckenhaus noch einmal in diesem leben vor anker.



Dienstag, 22. November 2016

prädikat: gesundheitsschädlich

"du guckst so aggro, hast du ne kettensäge dabei, mit der du mich gleich kastrierst?" fragt der luxus-mann, als ich vom letzten streit noch angepisst unter der tür stehe.
ich muss lachen.
entwaffnen kann er, der herr luxus-mann.

das morphine-antiterror-programm setzt sich mit dem obligtorischen glas wein fort - und einer hand, die sich in meinen slip schiebt.
"na, sind wir ein bisschen geil", sage ich im pluralis majestatis, eingedenk der tatsache, dass der luxus-mann seinen schwanz als eigenständiges und dominantes wesen begreift.
"ey, wir hatten eine woche keinen sex!"
"hättest ja wen anderes knallen können, warst doch unterwegs und hattest obendrein sturmfrei."
"war nix geiles im angebot. außerdem gings mir nicht so gut."
"warum gings dir nicht gut?"
"nach unserem krach am freitag hab ich die nacht nicht gepennt. danach hatte ich im fitnessstudio so ne art kreislaufkollaps."
"du bist umgekippt?"
"naja, so fast. hab mich zu glück noch selber hinlegen können."
"mann hat mir mal vorgeworfen, ich würde seine gesundheit ruinieren, da scheint ja echt was dran zu sein."
"da siehst du mal, wie du mich stresst!"

der luxus-mann nimmt mir das weinglas aus der hand, hebt mich hoch und trägt mich richtung bett.
"übernimm dich nicht", mahne ich.
"mach du dich lieber mal nackig", befielt der luxus-mann und zerrt an meinem oberteil. "und wieso hast du nen bh an, das brauchst du mit deinen mäusetittchen doch gar nicht."
ich schlage scherzhaft zu.
der luxus-mann schlägt zurück.
"ich seh schon, der widerspenstigen zähmung steht an."
er holt klebeband unter dem bett hervor und beginnt, mich bäuchlings mit händen und füßen ans bett zu tapen.
dann versohlt er mir ein bisschen den arsch, bevor er mir den schwanz in die muschi rammt.

der luxus-mann stöhnt laut. allerdings nicht aus lust, sondern aus schmerz.
"da hat was wehgetan", sagt er und zieht sich vorsichtig zurück.
ich habe mich flux aus den klebebandfesseln befreit und knipse die lampe an.
dann begutachten wir den schwanzschaden.
"der ist ganz rot... fast blutig", stelle ich fest. "war ich noch zu trocken?"
"weiß nicht."
"sorry..."
"was heißt hier sorry, deine gefräßige muschi hat nach ihm geschnappt!"

die lust ist uns vergangen.
"ich geh ihn mal waschen", sagt der luxus-mann und schlörrt ins bad.
kurz darauf schreie.
ich eile ins bad.
"was ist los?"
"jetzt hab ich ihn auch noch verbrüht!"
"wie das denn?"
"das wasser war total heiß eingestellt!"
"ich hab mir vorhin nur die hände gewaschen."

der luxus-mann blickt mich gespielt verzweifelt an:
"du bist gesundheitsschädlich! du solltest so einen warnaufkleber tragen müssen wie auf ner zigarettenschachtel: diese frau kann ihren penis verstümmeln!"
"und herz-kreislauferkrankungen verursachen."
"das auch noch. jedenfalls werden wir in den nächsten tagen keinen sex haben können."
ich nehme den luxus-mann ein bisschen in den arm.
"dann machen wir halt mal was anderes."
"was denn?"
"irgendwas, was du dir schon lange mal gewünscht hast!"
"hm... da muss ich mal überlegen!" 

mir fällt als erste etwas ein:
"du sagtest doch mal, du hättest lust, mit mir zusammen was zu kochen!"
der luxus-mann schaut skeptisch:
"dann vergiftest du mich!"
"aber höchstens aus versehen!"
"neenee, das ist viel zu riskant. außerdem ist das keine echte strafe für dich."
"na und ob das ne strafe ist. was ich koche, will keiner essen, nicht mal ich."

"ich weiß was besseres", sagt der luxus-mann. "ich brauch ne neue hose. wir gehen shoppen. am samstag morgens um halb zehn."
"ich wollte aber am freitag ausgehen."
"pech."
"können wir nicht so zwölf sagen?"
"nee. dann ist mir zu viel los."
"boah, ey, das ist echt ne strafe. ich unter lauter spießigen, konsumseibernden muttis und vaddis zwischen schreienden verwöhnten blagen..."
der luxus-mann bleibt eisenhart.
"du kannst dir aussuchen, ob du am freitagabend schon rumkommst oder dann am samstag noch früher aufstehst. wenn du freitag schon da bist, treibst du dich wenigstens nicht nächstens mit dem objekt rum."
"du bist n totalitärer spießer, jetzt zeigst du dein wahres gesicht", motze ich.
"ja, bin ich. freu dich auf den urlaub."
"bis dahin ist der schwanz aber wieder fit!"
"kommt ganz auf dich an..."