Donnerstag, 12. Januar 2017

swinger mit gummibärchen

kürzlich lief ein grottenschlechter spielfilm zum thema swinger in der verblödungsmaschine. der luxus-mann und ich hatten wegen des vielversprechendes titels beschlossen, ihn zusammen zu schauen. leider entpuppte er sich als prüde, die romantische monogamie verherrlichende spießerkomödie. 
"war das mies recherchiert, da erleben wir ja selbst an komplett langweiligen abenden im club aufregendere dinge", sagt der luxus-mann am ende enttäuscht.
"diese fantasiearmen stinos sollten wir mal auf unsere spielwiese mitnehmen", kichere ich.

"wir gehen ja aber nur ab und an auf sm-parties und nicht in swingerclubs", meint der luxus-mann.
"naja, also wenn auf unseren parties jemand im raum steht und sich einen wichst, während du mich fickst, hat das auch ein bisschen was von swinger."
"aber der fasst dich dann ja nicht an."
"sollte er das denn?"
"kann er gern versuchen, dann mach ich ihn um einen schwanz kürzer", grinst der luxus-mann.

"aber ich will endlich mal wieder titten!" strample ich die viel zu warme bettdecke von mir und setze mich auf den luxus-mann. "los. lass dir mal welche wachsen! oder geh mit mir swingern!"
" frauen wären ok. aber ich will nicht, dass andere typen ihren schwanz in dich stecken."
"das kann man denen ja sagen."
"ja, toll, und dann ficken sie mich, oder was?!"
"ich fände das ja schick. du mit nem schwengel im arsch. das würde mich echt heiß machen."
"nur über meine leiche!"
"haha, vielleicht würde ich sogar gucken, wenn jemand deiner leiche nen schwanz in den arsch steckt."
"das glaube ich, du hexe. du gibst erst ruhe, wenn ich tot bin."
"nee, damit warte ich noch. erst musst du mich heiraten, ich will doch ne witwenrente."

der luxus-mann greift nach mir, drückt mein gesicht in die kissen und beginnt, mir den hintern zu verhauen.
ich kreische und lache und wehre mich, aber der luxus-mann kennt kein erbarmen.
"so, du freches stück, wie kriegen wir nun ne frau für dich?" fragt der luxus-mann außer atem, als er fertig ist und mein po brennt.
"wir versuchen es einfach weiter wie bisher. außerdem willst du doch auch eine, also red nicht immer von einer frau nur für mich!"
"ich hoffe, ich schaff das dann auch."
"warum? du bist doch super potent."
"aber ich ein problem damit, zweimal hintereinander abzuspritzen. also in einem akt zwei frauen vollspritzen, das wird schwierig."
"wir teilen uns deine ladung einfach. oder wir nehmen doch noch einen mann dazu."
"das objekt, was?"
"das würde bestimmt nicht nein sagen."
"das würde dich sofort bespringen!"
"hihi."
"das wünschst du dir, was?"
"wir haben von einer frau gesprochen!"
"naja, stimmt, dein objekt hat noch weniger tittis als ich, hm?"
"du hast keine schlimmen männertitten, dazu bist du viel zu schlank."
"ey, 88 kilo, immer noch!"
"ist doch super bei 1,90m."

"ich will ja noch fünf weniger wiegen."
"dann musst du heute noch mal 300 fick-kalorien verbrennen, fürchte ich."
"du machst mich fertig!"
"nee, sweetie. der süßkram macht dich fertig. deine nutellabrote und der ganze dreck, den du dir reinpfeifst."
"ja super, und was machst du? rauchen und saufen, das ist ne super diät."
"ich bin ja wohl diejenige, die hier immer obst und sowas anschleppt!"
"und diese widerlichen grünen smoothies."

wir liegen da und schauen an die decke.
"jetzt hab ich bock auf süßes, na vielen dank!" sagt der luxus-mann.
"warte mal", sage ich.
ich gehe in die küche und bringe gummibärchen mit.
"oh", sagt der luxus-mann.
"die musst dir aber verdienen", sage ich.
"ok, und wie?"
"was ist deine lieblingsfarbe?"
"orange."

ich fummle ein paar organgefarbenen gummibären aus der tüte und stecke sie mir in die muschi.
der luxus-mann lacht.
"du kommst auf ideen!"
"nicht quatschen. hol sie dir."
"das hätt ich auch ohne gemacht."
"na und, so kommst du auch auf deine kosten."

nach dem lecken ist der luxus-mann in fahrt und beginnt, mich zu ficken.
als ich danach auf dem bidet sitze und mich wasche, flutscht ein einzelnes orangenes gummibärchen aus meiner muschi in richtung abfluss. 
so schnell kriegt man also einen dreier.

Dienstag, 10. Januar 2017

12 jahre bloggen - best of

anlässlich meines 12-jährigen blogjubiläums am 8. januar habe ich noch mal uralte einträge gelesen. wie weit scheint es mir nun weg, wie wenig nachvollziehbar manche these. dennoch muss ich sagen, dass mich die ein oder andere geschichte immer noch amüsiert.

dazu gehört auch die folgende story, die ich live erlebte, als ich mit meinem studium fertig und gerade an den umzugsvorbereitungen für hamburg war und mich in dieser phase mit dem amt für irrsinn, auch bekannt als agentur für arbeit, herumkloppen musste, obwohl ich von diesem verein noch nicht mal leistungen bezog. der text zählt zu den meistgelesenen geschichten meines alten blogs, deshalb gibt es sie heute noch mal.

amt für irrsinn, teil III, geschrieben am 22. april 2008

frisches aprilgrünes gras fällt duftend in kleinen häufchen neben die sensen der mähmaschine, die autobahnabfahrt steht voller löwenzahn. die lufttemperatur ist auf pipiwarme 18 grad gestiegen und die menschen werden wieder hässlicher, weil sie weniger an haben.
trotz akuter regenwarnung fahre ich mit dem fahrrad herum, weil fahrkarten inzwischen zum luxus geworden sind. außerdem macht radfahren ein wenig glücklich, wegen der sportlichen endorphine und der mutti-hüfthöcker-verkleinernden funktion.

ich bremse bei der agentur für irrsinn in meinem heimatkaff. heute habe ich ein beratungsgespräch mit einer frau, die auf arbeitslose akademiker spezialisiert ist. 
"guten tag!" forsch betrete ich auf die minute pünktlich das kleine kabuff. eine frau, sicherlich noch einmal fünf zentimeter größer als ich und mit dringend nachzufärbenden haaransatz, gibt mir die hand. dann setze ich mich und beginne, stumm die zimmerpflanzen zu mustern. die frau begreift, dass sie hier das gespräch beginnen muss.

"so, was haben sie denn so für fragen?" 
ich sehe sie entgeistert an.
"in meinem schreiben steht, sie wollen sie mit mir über meine berufliche situation" - ich halte kurz inne, um zu kichern, weil es ja gar keine berufliche situation gibt - "weil sie sich mit mir unterhalten wollen. steht in diesem schreiben." ich halte ihr das anschreiben von der agentur für arbeit vor die nase.
"ja, so, dann sehen wir mal nach." sie hackt meine kundennummer in den pc und wartet. dann sind meine daten offenbar geladen und sie wendet sich wieder mir zu:
"sie haben also an der fh studiert."
"falsch."
"aber hier steht..."
"das ist falsch. ich habe an der uni studiert."
"achja. hier steht es ja: sie haben grundschullehramt studiert."
"auch falsch. ich habe gymnasiallehramt studiert."
"ach so."
"das steht aber alles in meinen unterlagen."
"ich habe keine unterlagen von ihnen erhalten."
"ich habe mein arbeitspaket aber letzte woche zum vorgegebenen termin eingereicht."
sie wühlt in ihrem schreibtisch. 
"ach, da ist es ja."
"und wer lesen und abschreiben kann, erkennt darin auch ganz deutlich, was und wo ich studiert habe."
"okay..." sie schaut verwirrt drein und beginnt so hektisch wie halbherzig zu blättern.
"dann ändern wir das also."
"ich bitte darum." leicht verärgert lehne ich mich in meinem stuhl zurück. das klingt ja schon wieder alles fabelhaft.

"sie haben keinen abschluss?"
"wiebitte?" jetzt bin ich erschrocken.
"sie haben ihr studium nicht abgeschlossen, oder?"
"ich habe ihnen doch meine zeugnisse alle beigelegt. da sind ist ein bescheid dabei, in dem steht, dass ich das erste staatsexamen bestanden habe. sehen sie doch bitte nach!"
wieder wühlt sie, hält dann den falschen zettel in der hand, nickt aber.
"dann müssen wir das auch ändern, in ihrem kundenprofil steht nämlich: studium ohne abschluss."
"na, ganz prima!"

sie beginnt, die falschangaben auszubessern. fast jedes feld, vom adresseintrag abgesehen, trägt irgendwelche fehler. dann ist sie fertig.
"sie wollen also nicht grundschul-, äh, gymnasiallehrerin werden."
"richtig."
"warum nicht, wenn ich fragen darf?"
"ich mag keine kinder. es ist mir gleich, ob eines von ihnen abitur macht oder nicht. ich stehe vor der klasse und langweile mich tödlich, weil ich nichts von dem, was ich kann oder was mich interessiert, niveauvoll anbringen kann."
"aha. und was wollen sie stattdessen werden?"
"wie unschwer aus meinen angaben zu erkennen ist: ich will in die pr-branche beziehungsweise in die redaktion."
"äh, ja. und haben sie irgendwelche fragen?"
"ja. wie kommen sie darauf, dass praktika grundsätzlich nicht sozialversicherungspflichtig sind und damit bewerbungskosten nicht erstattet werden?"
"äh, ähm... warum?"
"weil das hier so steht. in der realität sieht das aber ganz anders aus. und ich möchte wissen, ob die klausel mit dem faktum der sozialversicherungspflicht hinfällig wird oder ob ich das praktikum anders deklarieren muss, um meine bewerbungskosten erstattet zu bekommen."
"äh, ähm..." große wühlaktion im schreibtisch. nach mehreren minuten taucht die beraterin wieder auf und rückt ihre brille zurecht.
"sicherheitshalber würde ich dann nicht von prakitkum sprechen. sie haben dann bessere chancen, überhaupt etwas erstattet zu bekommen."
"ja, wie, kriege ich denn jetzt doch was nicht erstattet?"
"das liegt beim gutachter und was der ihnen beimisst."
"und an welchen kriterien bemisst der gutachter genau was?"
"das kann ich ihnen jetzt auch nicht so genau sagen."
"sehen sie, das ist der satz, den ich bisher am häufigsten auf dem arbeitsamt gehört habe."

sie lacht nervös. dann wühlt sie wieder und taucht diesmal mit einem weißen blatt wieder auf.
"hier stehen internetadressen drauf, wo sich akademiker bewerben können."
ich lese biochemie, maschinenbau und vieles andere, aber nichts, was mir weiterhelfen würde. 
"da ist nichts für mich dabei."
"achja. naja, aber ich kenne da eine seite im internet..." sie tippt und schaut und tippt und wartet.
"da, sehen sie, das ist ein portal für stellenanzeigen im medienbereich... also jetzt eher regional."
"sie wissen schon, dass ich ab juni in hamburg wohne?"
"äh, ja, dann... da kann unter umständen auch schon was dabei sein, wenn das unternehmen vielleicht auch in hamburg eine niederlassung hat."
"ich sehe hier kein einziges angebot aus hamburg."
"ähm, ja stimmt." sie kichert nervös.

langsam bekomme ich das gefühl, bei einem casting für grundschullehrerinnen zu sein. wir behandeln gerade das thema 'einfach erklären mit vielen wiederholungen für intellektuell schwache schüler'.
ich sage: "ich habe bisher die meisten stellenanzeigen auf brancheninternen websites gefunden." ich nennen zwei, drei meiner meistbesuchten jobbörsen.
"ähm, ja, dann brauche ich ihnen ja hier nichts zu erzählen, was sie ohnehin schon wissen."
"genau."

und bevor sie zum nächsten stoiberschen "ähm" ansetzen kann, stehe ich schon, habe meine tasche über meine schulter geworfen und sage ironisch-artig: "vielen dank, sie haben mir sehr weitergeholfen." 
"ja, äh, dann auf wiedersehen."


Sonntag, 8. Januar 2017

verlangen und vermissen

"ich glaube, wenn wir uns mal trennen, werden wir keinen kontakt mehr haben", sagt der luxus-mann gestern.
"hä? warum? du hast doch immer gesagt, wir verstehen uns so gut, dass wir es vielleicht sogar schaffen, nach unserer trennung immer noch was zusammen zu machen."
"ich glaube inzwischen, dass du dein rumgeficke vermisst und dass du nach einer trennung sofort ständig mit anderen poppen würdest, weil dir das hier sowieso nicht genügt."
ich bin perplex.
"wie kommst du drauf, dass mir zwei- bis dreimal täglich sex zu wenig ist?"
"weil du trotzdem was vermisst."

ich fühle mich ein wenig ertappt, weil ich derzeit tatsächlich wieder ab und an an das objekt denke und mir manchmal seine zärtlichkeit und intuition wünsche. also frage ich:
"woran machst du das fest, dass mir was fehlen könnte?"
"ich weiß nicht... ich finde es unheimlich komplex, welche zusammenhänge sex bei dir hat", grübelt der luxus-mann. "du fickst ja nicht nur aus dem körperlichen bedürfnis heraus."
"stimmt. ich ficke auch, um zu kommunizieren, um mich zu entspannen, wenn mir langweilig ist oder ich wütend bin... und weil ich es genieße, dich so nah bei mir beziehungsweise in mir zu haben. aber das ist doch recht normal."
"das ist so ein weiber-ding. ficken als austausch für nähe."
"warum hast du denn dann sex?"
"na weil ich geil bin."
"aber die geilheit kann sich doch durch unterschiedliche kontexte aufbauen. das ist doch häufig viel mehr als ein spontan stehender schwanz."
"naja, nur der schwanz ist es nicht. der kopf will dann ja auch eine frau anfassen. titten, muschi, arsch."
"du fasst aber nicht viel an. also die muschi schon, aber nicht viel anderes."
"das ist unterschiedlich."
"also liegt es an mir. weil du mich nicht hübsch genug findest."
"neeeeiiiiin."

wir schweigen, ich, weil ich mich wieder mal hässlich und deplatziert fühle, der luxus-mann, weil das gespräch offenbar in eine falsche richtung geht.
"ich denke, das hat halt mit deinem missbrauch zu tun", sagt er dann.
"wie meinst du das?"
"dass du so leicht zu haben bist."
"nein, das alleine ist es nicht. ich hab zwar als siebenjährige damit gelernt, worauf es bei männern ankommt - zumindest habe ich das lange geglaubt und es diente mir oft als erklärung für die mangelnde liebe, die mir männer entgegenbringen. aber dass ich sex als wertfreie spielerei empfinde und von dem menschen, mit dem ich ihn habe, vollkommen entkoppeln kann, hat eher was mit geringer selbstachtung zu tun. und die hat was mit meiner erziehung zu tun. wenn du vorwiegend von einer person beeinflusst wirst, die sich selbst nicht achtet und sich deshalb höchst launisch und irrational verhält, kannst du kein selbstvertrauen und auch kein vertrauen aufbauen. zusammen mit dem trauma... hat es mich zu dem gemacht, was ich bin oder zumindest lange zeit war, also in deinen augen eine schlampe."

"jedenfalls glaube ich nicht, dass du mit einem stino eine beziehung haben könntest."
"warum? hatte ich schon."
"die kommen damit aber nicht klar."
"manche nicht, andere schon, ich denke, das kann man nicht mit der bezeichung stino über einen kamm scheren. ich habe mit meiner lebensart und denkweise bei stinos sowohl eifersucht als auch begeisterung ausgelöst."
"also bin ich auch ein stino?"
"ein bisschen vielleicht. jedenfalls bejahst du bis zu einem gewissen grad konventionelle lebensformen, die ich ablehne."
"naja, da ist wohl was dran."

wir sitzen da und ich fühle mich sehr weit weg, fast schon getrennt, und frage mich, ob das alles dann sinn macht, und wohin ich mich dann noch wenden kann mit meiner sehnsucht, die sich durchaus auf den luxus-mann projiziert, aber eben auch mit dem langanhaltenden mangel in der vergangenheit gelernt hat, sich alternativen quellen potenzieller zuneigung zuzuwenden.

"ich habe so eine sehnsucht in mir, die aber immer noch hoffnung ist", sage ich. "ich hoffe immer noch drauf, dass ich eines tages wirklich geliebt werde und selbst so lieben darf, wie ich mir das wünsche."
"kann ich mir nicht vorstellen", sagt der luxus-mann nüchtern.
"ja, wahrscheinlich eine illusion", sage ich. "aber in meiner traumwelt gibt es das. und solange ich diese traumwelt im kopf habe, brauche ich die realität auch nicht zwingend."
"jetzt bist du wieder unlogisch."
"nein. ich brauche nur einen gegenstand, auf den sich meine hoffnung konzentrieren kann, auch wenn die hoffnung illusorisch ist. ich kann dann ganz tief abtauchen, so tief, dass ich überhaupt nicht mehr merke, was um mich herum ist."
"das kenne ich sogar, das geht mir ähnlich", erwidert der luxus-mann. "so in deinem alter hat es mir auch oftmals genügt, auf dem bett zu liegen und mich mithilfe meiner musik so aus der realität zu verabschieden. oder dann mit drogen. und jeden freitag habe ich mich in einer kneipe komplett weggeschossen."
"wenn du besoffen bist, bist du auch ganz süß."
"ja, ich weiß, da lieben mich die frauen, weil ich dann so aufmache."
"ist in der tat so."
"du bist besoffen genauso verschlossen wie sonst."
"weil ich dann in der regel noch mehr abtauche."
"deswegen finde ich es auch nicht gut, dass du tabletten nimmst."
"die helfen mir ja, mit der realität besser klarzukommen und nicht mehr so viel abtauchen zu müssen."
der luxus-mann guckt wieder sehr skeptisch und ich fühle mich hilflos und einsam.

später liegen wir nebeneinander im bett und sehen einen film, und obwohl ich meine nase in die achsel den luxus-mannes presse, spüre ich die kluft, die das gespräch zwischen uns gerissen hat.



Donnerstag, 5. Januar 2017

strange new year

der kontroll-bluttest war nicht so erfreulich wie erhofft. wir gehen nunmehr in die vierte woche der arbeitsunfähigkeit. sport darf ich auch nicht machen. inzwischen sind sämtliche muskeln total verknotet.

nachts träume ich vom objekt. wir sind im schwimmbad. während ich tapfer meine runden ziehe und gegen eine enorme gegenstromkraft anschwimme, steht das objekt abseits und beobachtet mich. dann schwimmt es ebenfalls eine runde. wir sehen einander an, berühren uns aber nicht. während ich mich zum weiterschwimmen zwinge, steigt das objekt wieder aus dem wasser, bleibt jedoch in meiner nähe.
später warte ich auf das objekt, aber es ist nicht mehr da.

tags drauf habe ich nachricht. das objekt ist notfallmäßig im krankenhaus. es hat bereits eine längere arztodyssee hinter sich, muss jetzt operiert werden, ist extrem mies drauf und schreibt:
ich wollte mich schon früher melden, bin gerade enorm abgelenkt, such aber auch eine insel.

wasserträume und inselsuche.
man kann natürlich behaupten, der kontext sei arg konstruiert, aber ich unterstelle uns mal eine noch immer währende starke verbindung.

wider willen verspüre ich sehnsucht. obwohl mit dem luxus-mann alles gut ist.
ich möchte dieser sehnsucht nicht nachgeben.





Montag, 2. Januar 2017

hallo 2017!

die letzten stunden des alten jahres verbringe ich alleine. zum einen, weil der luxus-mann mit den kindern feiern muss, zum anderen, weil ich püppi, die sich vor der knallerei ziemlich fürchtet, im auge behalten will.
also gucke ich fast eine ganze staffel "ein herz und eine seele", püppi auf dem schoß, fenster zu, licht an. dazu gibt es nutella aus dem glas und die restliche sojamilch, notgedrungenerweise, da mir alkohol krankheitsbedingt noch immer kopfschmerzen verursacht.

als um halb eins der dritte weltkrieg draußen halbwegs verebbt ist und die pupillen der katze wieder auf normalgröße schrumpfen, ziehe ich richtung schanze los zum luxus-mann, der vermeldet, dass er sich seinerseits nun auf den nachhauseweg mache. auf dem weg zur u-bahn begegnen mir nur noch wenige knaller-menschen, dafür liegen brennender abfall und scherben auf der kreuzung und bilden eine art großes lagerfeuer. wie immer frage ich mich, warum leute ihren scheiß auf der straße liegen lassen oder ihn sogar noch anzünden, aber an silvester zeigen sich egozentrik und rücksichtslosigkeit wieder mal in reinform.

als ich um eins beim luxus-mann ankomme, freut er sich extrem, mich zu sehen.er drückt mich, gibt mir einen euphorischen kuss und wünscht mir ein glückliches neues jahr.
"alles gut?" frage ich.
"jaja."
"wie wars mit deiner tochter und deiner ex?"
"grauenvoll. ich musste sehr viel trinken, um das auszuhalten."
"warum? will die alte wieder kohle von dir?"
"nee. aber sie kann der kleinen halt nie grenzen setzen. dann ist die so anstrengend, ganz anders als bei mir. dabei wäre das schon cool gewesen, weil die kleine silvester echt gerne mag und sie sich auch richtig gefreut hat, dass ich komme."
"hm."
"um mitternacht sind wir dann rausgegangen und haben so wunderkerzen angezündet, dann hat sich die kleine die finger verbrannt, rumgeheult und wollte nachhause, während mir meine ex ununterbrochen vorwürfe gemacht, dass das alles meine schuld sei, weil ich so unvorsichtig bin. dabei hab ich die scheiß wunderkerzen nicht mal angefasst."
"oha."
"jedenfalls war ich echt froh, als ich mich da abseilen konnte, und überhaupt, dass ich da raus bin. ich frage mich immer wieder, wie ich das so viele jahre aushalten konnte, mit so einer oberflächlichen, nervigen und vollkommen beratungsresistenten frau."
"und jetzt hast du wieder eine anstrengende psycho-schabracke."
"du bist auch manchmal anstrengend, das stimmt schon, aber längst nicht so sehr wie meine ex. außerdem bist du intelligent und witzig, das ist meine ex nicht."
"aber sie hat doch auch studiert."
"ich sag ja nicht, dass sie nicht lernen kann, aber sie verhält sich halt nicht intelligent."
"hach, hast dus gut mit mir!"
"und du erst mit mir!"
wir sehen uns an und ich bekomme noch einen stürmischen kuss.

dann ziehen wir los richtung party.
als wir auf die u-bahn warten, fallen mir fünf jugendliche auf, die ebenfalls am bahnsteig stehen und rumalbern. irgendwie habe ich ein ungutes gefühl. ich drücke mich an den luxus-mann.
"hast du angst?"
"die sind komisch."
"teenies halt."
"die bauen bestimmt gleich irgendeine scheiße."
kaum habe ich es ausgesprochen, schmeißt einer der jugendlichen einen kanonenschlag in den mülleimer. er explodiert mit einem riesenknall, und der inhalt des mülleimers fliegt uns um die ohren.
im ersten moment höre ich nichts mehr.
dann setzen die schmerzen ein.
dann registriere ich den hund, der neben uns stand, der jetzt vollkommen durchdreht und kaum von seinem frauchen beruhigt werden kann.
und dann kommt die wut.

"seid ihr vollkommen dämlich oder was", schreie ich los.
auch der luxus-mann schaltet sich ein und geht auf die jugendlichen zu.
"wer von euch war das?"
er greift sich einen aus der menge.
"du?"
"nee, ich wars nicht!" ruft der eingeschüchtert.
"boah, seid ihr scheiße, erst mist bauen und dann den schwanz einziehen", sage ich.
"ich wars aber nicht", beteuert der junge.
"und überhaupt, habt ihr mal an den hund gedacht?!"
"ey, wirklich, ich wars nicht!"
"wer wars dann?" hake ich nach.
natürlich stellt sich keiner.
"ist ja auch egal, wers war", sagt der luxus-mann. "aber ihr seid echt asozial, auch wenn ihr ausseht wie so ne muttersöhnchen."

dann kommt die bahn und die jugendlichen flüchten sich ans andere ende, um ein abteil weit weg von uns zu bekommen.
"was würdest du machen, wenn dein sohn so ein arschloch wäre wie die?" frage ich.
"der macht sowas nicht, der ist da recht vernünftig."
"ich frage ja nur, wenn."
"der könnte sich auf eine saftige strafe gefasst machen."
"danke", strahle ich.
"warum?"
"weil du so bist."
"normal, oder?"
"nee, heutzutage nicht. heutzutage sind ganz viele daddys wie deine ex. so ne schönwetter-papis ohne autorität."

auf party halte ich mich den ganzen abend über an einem bier fest, während der luxus-mann seinen trinkgewohnheiten fröhnt und bald zu lallen beginnt. wir knutschen und fummeln derweil ziemlich hemmungslos in der menge, bis der luxus-mann fragt, ob ich gehen will.
"nur wenn du mich gleich noch ordentlich fickst."
"ich kann nicht versprechen, ob ich noch abspritze, weil dafür bin ich eigentlich zu voll. aber hochkriegen ist kein problem, der steht ja schon."
der luxus-mann zeigt auf die beule in seiner hose und ich kichere.
"dann komm."

zuhause starten wir einen vögel-marathon, der erst von einer gewissen schmerzgrenze ausgebremst wird.
als ich ins bad gehe, um zähne zu putzen, fällt mein blick auf die uhr. es ist kurz nach sechs.
"können wir morgen ausschlafen?" frage ich.
"ja."
"cool. wie lange?"
"so bis um zehn."
ich verdrehe die augen.
"das ist nicht ausschlafen."
"na gut, dann bis um elf."
"warum? was ist denn? kommt dein sohn?"
"nein."
"aber?"
"ich werde eh wieder spätestens um halb neun wach sein und muss mich dann langweilen."
"orrrr. dann guck halt fern."
"aber dann störe ich dich."
"du störst mich auch so, so wie du dich immer rumwälzt. beim fernsehen liegst du wenigstens still."
"maaaaaannnn...."
"warum kannst du dir nicht wie jeder normale mensch ein schlafmittel verschreiben lassen?"
"ich schluck keine pillen."
"nee, nur alk, wa?"
"willst du frech werden? ich nehm dich gleich noch mal ran."
"nein, bitte nicht. ich konnte kaum pinkeln eben."
"haha. geschieht dir recht, du hexe."

am neujahrstag erwache ich, weil mich der luxus-mann am großen zeh zieht.
"aufwachen!"
"neeeeeeeeeiiiiin."
"doch. es ist gleich elf!"
ich angle nach meinem handy.
"es ist halb elf! wir haben elf gesagt! ich darf noch eine halbe stunde schlafen!"
"mir ist aber langweilig."
"dein problem."
"soll ich kaffee machen?"
"soll ich dir eine reinhauen?"
blitzschnell hat sich der luxus-mann auf mich geworfen und kitzelt mich.
ich quietsche.
"hör auf!"
"nur wenn du aufstehst und mit mir kaffee trinkst."

der luxus-mann hat inzwischen eine hand zwischen meine beine geschoben und beginnt, meine lust sachte wachzustreicheln.
"soll ich mal ganz vorsichtig reinstecken? nur ein bisschen?"
"ich kann nicht.... aber verdammt, ich will!"
also schieben wir noch mal eine kleine nummer.

"boah, das war mindestens so schmerzhaft wie geil", sage ich danach.
"einmal ist keinmal. gibt auch gleich kaffee."
"guck mal, du hast mir schon wieder blaue flecken gemacht!"
"wo?"
"da! meine rippen sind ganz blau."
"das kann nicht von mir sein."
"doch! du hast dich da gestern mit deinem ganzen gewicht abgestützt!"
"hab ich nicht gemerkt. du musst mir das sagen."
"hab ich doch."
"du musst mir das deutlich sagen!"
"ich hab dich sogar gehauen!"
"oh, echt? hab ich nicht gemerkt."
"du warst ja auch besoffen."
"naja."
"grobmotoriker."
der luxus-mann kneift mich.
"frühstücken, los."

dann sitzen wir am küchentisch, ich trinke kaffee und der luxus-mann schmiert sich ein brot.
"wollen wir heute essen gehen?"
"ich denk, du bist so stolz auf deine 88 kilo?"
"irgendwie hab ich aber lust drauf, noch was mit dir zu machen. mit meiner ex konnte ich nie essen gehen."
"warum? war sie magersüchtig?"
"nee, aber wir hatten uns halt nichts zu sagen. und das merkte ich am meisten, wenn ich mit ihr so im restaurant saß und auf das essen wartete. da unterhält man sich ja eigentlich. aber immer, wenn einer von uns was sagte, gabs stress."
"kapier ich nicht, du bist doch sehr unterhaltsam."
"finde ich eigentlich auch."
"auch wenn du nichts sagst."
"wie meinst du?"
"du bist halt auch so lustig. wie du manchmal guckt, oder wenn du gedankenverloren in der nase popelst."
"ich pople??"
"ja."
"ich pople nicht!"
"oh doch."
"niemals!"
"und ob! ich fotografiere dich das nächste mal!"
der luxus-mann lacht:
"du hast einen dokumentationszwang."
"wenn du mir nie was glaubst. dein schnarchen musste ich auch aufzeichnen und dir vorspielen, weil du dachtest, ich fantasiere."

später sitzen wir bei unserem inder und essen buffet.
"was wollen wir denn dieses jahr eigentlich alles zusammen machen?" fragt der luxus-mann. "ich meine, vorausgesetzt, wir bleiben zusammen, wovon ich eigentlich ausgehe."
"swingerclub", sage ich.
"ich dachte eher mal so an... einen richtig langen urlaub zu zweit!"
"meinetwegen."
"reist du nicht gern?"
"kommt drauf an."
"wir können ja auch wohin fahren, wo du hin willst."
"das wäre die voraussetzung", grinse ich. "wenn du wieder dauer-koksen auf madagaskar willst, bin ich raus."
"ey, da war ich vielleicht 25! das waren jugendsünden. ich dachte so an osteuropa. ein roadtrip. der weg ist das ziel."
"klingt spannend."
"und sonst?"
"ich würde gern mal mit dir baden."
"im meer?"
"neeeeeiiiin. in deiner geilen badewanne."
"können wir doch."
"du sagst aber immer, du hasst baden."
"quatsch. das war übertrieben. ich dusche halt lieber. das ist effizienter. aber wir können natürlich gerne baden. meinetwegen gleich heute, wenn du möchtest."
"cool!"

der luxus-mann lächelt mich an.
"dass du dich über sowas so freuen kannst."
"tu ich."
"finde ich irgendwie gut."
"ich freu mich auch immer wieder über dich. dass du mir begegnest bist."
der luxus-mann strahlt.
"komm, lass uns gehen. ich will dir dein 2017-bad einlassen."

als ich mit dem luxus-mann im schaum liege, denke ich noch mal an 2016, das jahr, dem ich für so vieles dankbar bin. finanzielle sicherheit durch einen neuen job, meine kleine püppi, neue menschen in meinem leben - und vor allem: den luxus-mann. für 2017 wünsche ich mir nicht viel. nur, dass es alles noch ein bisschen bleibt.
denn so ist es gut.

und ich wünsche allen, die hier lesen, dass es ihnen gut ergehen möge und sie weiterhin spaß mit diesem blog haben.